Luc Boltanski Und Ève Chiapello -Kritk Am "Neuen Geist Der Zeit" Essay

635 WordsDec 18, 20133 Pages
Luc Boltanski und Ève Chiapello beschrieben im Jahre 2003 in „Der neue Geist des Kapitalismus“ eine Vorstellung des Neokapitalismus, die gleichzeitig mit einem neuen Verständnis des Wirtschaftssubjekts einhergeht. Sie skizzieren eine neue Form des Kapitalismus, die sich zum großen Teil die Kritik der vorherig-herrschenden industriekapitalistischen Gesellschaft aneignet und sich somit von alten hierarchisch angelegten Arbeitskulturen, langfristigen Vertragsverhältnissen, klaren und statischen Rollenverteilungen und langfristig planbaren Karrieren abkoppelt, um sich so zu einem Modell weiterzuentwickeln, das durch eine netzwerkhafte Struktur und kurzfristigen Projekten ein autonomeres, mobileres, kreativeres, spontaneres und eigenverantworlicheres Wirtschaftssubjekt fördert. In diesem Essay versuche ich darzulegen, wie das „befreiter“ wirkende Wirtschaftssubjekt nach Boltanski und Chiapello einer gleichzeitig neuen Form der Ausbeutung zum Opfer fällt. Der neue Geist des Kapitalismus, den Boltanski und Chiapello beschreiben, basiert auf der Idee einer sogenannten projektbasierten Polis in der, durch die Nutzung der Projekte als Instrument zum Kontakte knüpfen, die netzbildende Tätigkeit der einzelnen Wirtschaftssubjekte als Grundlage hierfür dient, sie aber unabhängig von den Zielen und Eigenschaften der Subjekte und somit losgelöst einen eigenen Wert erlangt.(vgl. Boltanski und Chiapello 2003a, 2003b S. 152). Um die industrielle und die projektbasierte Polis vergleichbar und die Wertigkeit der Wirtschaftssubjekte der jeweiligen Poli messbar zu machen, vergleichen Boltanski und Chiapello jeweils das gemeinsame übergeordnete Prinzip, die als Bewertungskriterium für die Handlungen, Gegenstände und Personen dienen. (vgl. Boltanski und Chiapello 2003a, 2003b S. 154). Demnach bilden die Kriterien der Effizienz der Wirtschaftssubjekte in der
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