Deutsche Geschichte Essay

5655 WordsDec 11, 201323 Pages
LEKTION 1 (113 v. Chr. – 911) Germanen Die Bezeichnung Germanen wird auf eine Vielzahl von Völkern und Stämmen in Nord- und Mitteleuropa angewendet. Sie gehören der so genannten indogermanischen Sprachfamilie an. Der Name, dessen Bedeutung nicht ganz klar ist, wurde ursprünglich von den Kelten für benachbarte nichtkeltische Stämme gebraucht und von den Römern aus Cäsars Berichten übernommen („ger“ bedeutet in keltischer Sprache „Nachbar“). Er bezieht sich im Wesentlichen aufrechtsrheinisch wohnende Völker und Stämme, die sich in ihrer Sprache, ihrer Religion, ihren Sitten und Gebräuchen von den benachbarten Kultur- und Sprachgruppen unterschieden. Eine politische Einheit waren die Germanen nicht. Die Bildung von Stämmen bei den Germanen ist ein sehr schwieriges Forschungsproblem. Heute ist man der Ansicht, dass es schon früh Siedlungsverbände gab, die sich durch gemeinsame Sprache, Abstammung, Götterverehrung, Sitten und Traditionen einander zugehörig und von ihren Nachbarn unterschieden fühlten. Die Geschichtswissenschaft hat die Germanen in die Großgruppen der West-, Ost- und Nordgermanen eingeteilt. Westgermanen nennt man alle jene Völkerschaften, die in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung zwischen Rhein und Elbe, zwischen Nordseeküste und Donau wohnten. Sie sind wieder nach ihren Siedlungsgebieten eingeteilt worden in die a) Rhein-Weser-Germanen: Bataver, Ubier, Tenkterer, Brukterer und Sugambrer; im Wesentlichen aus diesen Stämmen hat sich im 3. Jahrhundert der Großverband der Franken gebildet, b) die Nordsee-Germanen: Angeln, Friesen und Sachsen. Teile der Sachsen, Angeln und Jüten haben im 5. Jahrhundert Britannien erobert; c) die Elb-Germanen: Cherusker, Chatten, Markomannen, Sweben und Semnonen die bekanntesten Stämme waren. Während die Cherusker später zusammen mit anderen Stämmen in dem Großverband der Sachsen aufgingen, wurden die Chatten

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